Welche Plattform passt zu Ihnen? Das Fazit vorweg#
Welche Verkaufsplattform die richtige ist, hängt davon ab, was Sie verkaufen und an wen. Für gebrauchte Mode in Deutschland führt Vinted, dicht gefolgt von eBay für so ziemlich alles und Depop für junge Streetwear. Wer eigene oder handgemachte Ware hat, ist bei Etsy oder im eigenen Shopify-Shop besser aufgehoben. Für lokale Verkäufe ohne Versand bleibt der Facebook Marketplace und eBay Kleinanzeigen.
Welche Plattform passt zu Ihnen? Das Fazit vorweg| Plattform | am Besten Für | Reichweite |
|---|
| Vinted | Gebrauchte Mode, Alltagskleidung | Sehr groß in Deutschland und Europa |
| eBay | Fast alles, neu und gebraucht, auch international | Sehr groß, weltweit |
| Depop | Streetwear, Vintage, Gen Z | Mittel, jüngeres Publikum |
| Etsy | Handgemachtes und echte Vintage-Ware | Groß, weltweit |
| Shopify | Eigene Marke mit bestehendem Publikum | So groß wie Ihre eigene Reichweite |
| Amazon | Neuware in Mengen, Nischen mit Nachfrage | Sehr groß, aber mit Freischaltung |
| Facebook Marketplace | Lokale Verkäufe ohne Versand | Lokal bis regional |
Die Plattform ist nur die halbe Miete. Wer Kleidung verkauft, sollte überall die Flachmaße angeben, denn die meisten Retouren entstehen nicht durch den Zustand, sondern durch die Passform. Wie das geht, lesen Sie weiter unten und im Leitfaden Wie misst man eine Jeans.
Das Wichtigste in Kürze
- Keine Plattform ist die beste für alles. Für gebrauchte Mode sind Vinted und eBay top, Depop passt zu junger Streetwear, Etsy für Selbstgemachtes und Shopify für eigene Marken.
- Der deutsche Markt wird von Vinted dominiert, eBay ist auch wichtig (inklusive eBay Kleinanzeigen für lokale Angebote). US-Apps wie Poshmark oder Mercari sind hier kaum relevant.
- Egal, wo Sie verkaufen, geben Sie Flachmaße in Zoll und Zentimetern an. Die meisten Retouren entstehen wegen der Passform, nicht wegen des Zustands.
Sie wollen online verkaufen und stehen nun vor der Überlegung, welche Plattform die richtige ist. Die Entscheidung hängt davon ab, was Sie anbieten: gebrauchte Kleidung oder Neuware, ein Einzelstück oder ein ganzes Sortiment. Und wen Sie erreichen möchten, ist ausschlaggebender als jede Gebührentabelle. Die richtige Wahl bringt Ihre Produkte zu den passenden Käufern, eine falsche lässt sie verstauben. Schauen wir uns die wichtigsten Kanäle für Verkäufer in Deutschland an.
Vinted#
Vinted ist in Deutschland und vielen Teilen Europas der Anlaufpunkt für gebrauchte Mode. Viele private Verkäufer sehen Vinted praktisch als Synonym für das Verkaufen. Die Plattform ist speziell auf Kleidung, Schuhe und Accessoires ausgerichtet, der Einstieg ist einfach und beim Privatverkauf zahlen Sie keine Provision – die übernimmt der Käufer durch die Käuferschutzgebühr.
Käufer hier sind preisbewusst und suchen gezielt nach Secondhand, anstatt zufällig fündig zu werden. Gute Fotos bei Tageslicht und eine ehrliche Zustandsbeschreibung sind mehr wert als jede Werbung. Besonders bei Kleidung sollten Sie die flach gemessenen Maße angeben, denn Vinted-Käufer fragen oft genau danach.
eBay#
eBay ist der Alleskönner. Egal ob neu oder gebraucht, Kleidung oder Kleinkram, lokal oder weltweit – man kann fast alles einstellen. Wer international verkaufen oder auf einen etablierten Marktplatz setzen will, kommt an eBay nicht vorbei. Für lokale Geschäfte ohne Versand gibt es eBay Kleinanzeigen, wo Käufer und Verkäufer sich häufig persönlich treffen.
eBay's Stärke ist seine Vielseitigkeit: Erstaunliches verkauft sich oft mit minimalem Aufwand. Ein paar gute Fotos, genaue Maße und eine ehrliche Beschreibung, und schon findet auch ein ausgefallenes Stück seinen Käufer. eBay ist seit Jahren bekannt, und die Regeln rund um Käufer- und Verkäuferschutz schaffen Sicherheit. Nutzen Sie saisonale Trends und listen Sie viele Details auf, einschließlich Maße und Zustand.
Depop#
Depop zieht ein junges Publikum an, das nach Streetwear, Vintage und Einzelstücken sucht. Die Plattform erinnert an einen sozialen Feed, das Stöbern macht Spaß, und ein eigener Stil zahlt sich aus. Wer Trendteile und kuratierte Mode hat, ist hier gut aufgehoben.
Auf Depop verkauft man eher über den Gesamteindruck als über detaillierte Beschreibungen. Trotzdem: Maße sind wichtig. Junge Leute kennen den Oversize-Trend – ohne genaue Maße kann ein M schnell zu klein erscheinen und retourniert werden.
Etsy#
Mit Etsy verkaufen Sie weltumspannend und relativ preiswert. Allerdings hat Etsy klare Regeln. Ihre Kleidung muss handgefertigt oder echt vintage sein. Wer Selbstgenähtes, Umgearbeitetes oder gut erhaltene Vintage-Stücke anbietet, findet hier das richtige Publikum.
Käufer auf Etsy suchen eine bestimmte Ästhetik, sei es handgemacht, maßgeschneidert oder vintage. Seltene oder besondere Stücke sind gefragt. Details sind ausschlaggebend: Nennen Sie genaue Maße, machen Sie stimmige Fotos und wählen Sie passende Hintergründe, die den Charakter Ihrer Ware hervorheben.
Shopify#
Shopify ist ideal, wenn Sie bereits ein Publikum haben, etwa durch Instagram oder einen bestehenden Kundenstamm. Hier behalten Sie die Kontrolle über Ihren Shop und Ihre Marke. Plug-ins ermöglichen die Verbindung zu sozialen Netzwerken, sodass neue Käufer Ihren Shop finden können.
Ihre Käufer kommen entweder über direkte Links oder weil sie Ihren Shop bereits kennen. Damit Ihre Seite überzeugt, sind vollständige Informationen zu jedem Artikel wichtig. Geben Sie die Maße an, bieten Sie eine Größentabelle und zeigen Sie hochwertige Fotos aus verschiedenen Perspektiven.
Amazon#
Amazon ist riesig, aber kein Selbstläufer. Für viele Kategorien muss man als Verkäufer freigeschaltet werden, was den Einstieg erschwert. Für Neulinge ist Amazon oft nicht der erste Schritt. Wer jedoch bereits ein Geschäft mit klarer Nische hat, kann hier ein großes und kauffreudiges Publikum erreichen.
Amazon-Kunden kaufen oft gezielt und legen Artikel auf Wunschlisten. Das bedeutet, Kleidung wird gern zusammen mit anderen Produkten gekauft, nicht nur in der Mode-Ecke. Beobachten Sie, welche Artikel sich schnell verkaufen, und passen Sie Ihre Preise entsprechend an, besonders bei steigender Nachfrage.
Facebook Marketplace#
Wer ohnehin auf Facebook aktiv ist, findet im Facebook Marketplace eine einfache Verkaufsplattform. Der Vorteil ist das Lokale: Viele Käufer bevorzugen die Selbstabholung. Allerdings hat das auch seine Tücken. Persönliche Übergaben können unzuverlässig sein, wenn jemand nicht erscheint.
Hier kaufen Menschen aus der Umgebung, die nicht unbedingt auf klassischen Marktplätzen suchen. Beobachten Sie, welche Artikel in Ihrer Nähe gut laufen und welche nicht, oft liegt es an Preis oder Zustand. Gute Fotos und vollständige Maße sind auch lokal ausschlaggebend, und eine kurze Geschichte zum Artikel kann bei Facebook-Käufern gut ankommen.
Die Plattform ist nur der Anfang: geben Sie die Maße an#
Unabhängig von der Plattform bleibt die Passform das wichtigste Kriterium. Wer eine Größe M erwartet und einen anderen Schnitt erhält, schickt zurück. Deutschland hat eine der höchsten Rücksendequoten weltweit, was den Gewinn schnell auffressen kann. Flachmaße sind das beste Gegenmittel. Legen Sie Ihr Stück flach und messen Sie: Achsel zu Achsel, Länge, Ärmel, Taille, Schritt, alles in Zoll und Zentimetern. Bei gleichartigen Artikeln hilft eine Item Chart von Sizely, die Flachmaße sauber ins Inserat einzubinden, damit Käufer die Passform selbst prüfen können – so vermeiden Sie Größenretouren. Wie man richtig misst, zeigen die Anleitungen für Kleider und Jeans.
Welche Plattform sollten Sie wählen?#
Jede Plattform zieht unterschiedliche Käufer an. Prüfen Sie, ob Ihre Produkte zur dortigen Käuferschaft passen, bevor Sie sich anmelden. Für gebrauchte Alltagsmode ist Vinted ideal, für fast alles andere eBay. Depop ist für junge Modefans, Etsy für Handgemachtes und Vintage, und Shopify bietet die meiste Freiheit für eigene Marken.
Viele Verkäufer setzen auf mehrere Kanäle gleichzeitig. Das erhöht die Sichtbarkeit, ohne zusätzliche Kosten, da Fotos und Maße oft schon vorhanden sind. Wichtig ist nur: Wird ein Artikel verkauft, nehmen Sie ihn sofort von den anderen Plattformen, um Doppelverkäufe zu vermeiden.
Häufig gestellte Fragen#
Vinted ist in Deutschland für gebrauchte Alltagsmode die beste Wahl, weil dort die meisten Secondhand-Käufer sind. eBay bietet eine breite Abdeckung und Reichweite, Depop zieht ein junges Publikum an, und Etsy ist für Handgemachtes oder echte Vintage-Stücke ideal. US-Apps wie Poshmark oder Mercari haben hier kaum Einfluss.
Ja, das lohnt sich in der Regel. Ein Artikel auf zwei Plattformen erhöht die Reichweite, ohne zusätzlichen Aufwand bei den Fotos. Entfernen Sie den Artikel jedoch sofort von anderen Plattformen, wenn er verkauft wird, um Doppelverkäufe und schlechte Bewertungen zu vermeiden.
Wie senke ich Retouren beim Online-Verkauf von Kleidung?#
Die meisten Retouren entstehen durch Passformprobleme. Geben Sie die Flachmaße an (Achsel zu Achsel, Länge, Ärmel, Taille, Schritt) in Zoll und Zentimetern und bieten Sie eine Größentabelle an. So können Käufer vor dem Kauf vergleichen, ob das Teil passt.
Brauche ich für den Verkauf einen eigenen Shopify-Shop?#
Nicht unbedingt, es sei denn, Sie haben bereits ein Publikum oder wollen eine Marke aufbauen. Mit einem Shopify-Shop haben Sie volle Kontrolle, müssen aber selbst für Besucher sorgen. Einzelne Stücke verkaufen sich oft einfacher auf etablierten Marktplätzen wie Vinted oder eBay.
Weiterlesen#
Weitere Verkaufskanäle finden Sie in den 10 Alternativen zu eBay und auf verschiedenen Websites und Apps, um Kleidung online zu verkaufen. Für detaillierte Tipps zu einzelnen Kanälen gibt es den Leitfaden zum Verkauf bei Poshmark und den Leitfaden zum Verkauf von Vintage-Kleidung. Strukturierte Hilfen beim Start bietet der Artikel 10 Tipps für den Online-Verkauf von Kleidung.